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Auffrischungsintervalle

p1 Jürgen (Gast)

Hallo,

wie ist eigentlich der aktuelle Stand mit den Auffrischungsintervallen?

FSME:
Angeblich soll die Impfung 10 Jahre schützen nach der Grundimmunisierung. Stimmt das?

Gelbfieber:
Laut Studien soll ein Schutz für 30-35 Jahre gewährleistet sein.
Warum wird dann offiziell nur 10 Jahre Gültigkeit anerkannt?

Meningokokken:
Stimmt es das Menactra lebenslänglichen Schutz bieten soll nach der Grundimmunisierung? Gibts was neues wann das in Europa verfügbar ist?

Tollwut:
Schutzdauer 3-5 Jahren. Soll aber auch über 10 Jahre halten. Gibts da was neues?
In den USA sind Studien bei Hunden geplant um festzustellen ob 1 Impfung 5 Jahre wirkt. Derzeit wirkt 1 Impfung nur 3 Jahre (bei Katzen sogar 4 Jahre bei nur 1 Impfung!).
Beim Menschen braucht man für die Grundimmunisierung 4 Impfungen und dann wirkt das nur 3-4 Jahre?

Vielen Dank für Eure Antworten,

Jürgen

06.06.2009 22:41


p2 wolfgang

Zu FSME: Grundsätzlich ist natürlich ein Auffrischungsintervall bei Empfehlungen zu wählen, welches auch die "Immunschwächsten" trifft- damit sind nicht die Immunsupprimierten gemeint.
Es wird daher auch (viele) Leute geben, die 10 Jhr geschützt sind.

Würde man aber 10 Jahre empfehlen, hätte man wahrscheinlich ein paar Impfdurchbrüche.

Bei Gelbfieber sind mir Details nicht so bekannt. Da die Impfung ihre Probleme hat- sollte die Indikation und auch die Auffrischungsimpfung sehr kritisch hinterfragt werden.

Menactra- das glaub ich nicht. Menactra macht zwar eine gute zelluläre Immunität und wäre boosterbar, im Falle einer Infektion wäre aber die Aktivierungszeit der zellulären Immunität (ca 6 Tage) zu lang, da man dann bereits der Krankheit erlegen sein kann. Personen im Risikoalter sollten daher baktericide Antikörper haben.

Tollwut. Es gibt da bereits eine Menge Daten, dass der Schutz mehr als 5 Jhr reicht. Nur bei einer absolut tödlichen Infektion traut sich da einfach keiner zu sagen 10 Jhr Auffrischung ist genug.

Der Hundeimpfstoff ist ein anderer. Im schlimmsten Fall tun die Veterinäre keulen, das ist für Humanmediziner aber keine Alternative. Kosten spielen in der Veterinärmedizin eine wesentlich größere Rolle. Ausserdem ein Hund wird nur ca 15 Jhr, Menschen sind zwar keine Schildkröten, leben aber länger.

07.06.2009 18:30


p3 Jürgen (Gast)

Welche "Probleme" hat den die Gelbfieberimpfung?

Jürgen

07.06.2009 21:21


p4 wolfgang

Nach 30 Jahren Anwendung ist man drauf gekommen, dass das Gelbfieberimpfvirus in sehr seltenen Fällen eine schwere Organentzündung (Leber) verursachen kann- es sind bislang ca 6 Todesfälle bekannt.

13.06.2009 18:38


p5 Jürgen (Gast)

Gibt es eigentlich für die Gelbfieber Impfung Titer-Grenzwerte, so das man den Titer bestimmen kann, und evtl auch ausrechnen kann wie lange der Schutz noch in etwa bestehen wird?
Dann könnte man sich ja evtl eine erneute Impfung ersparen für Länder wo die Impfung empfohlen wird, aber keine Pflicht besteht.

Jürgen

13.06.2009 21:48


p6 wolfgang

AK-Grenzwerte- darauf würde ich mich nicht verlassen.
Gelbfieberüberlebende haben stark schwankende AK-Konzentrationen.
Zusätzlich kann es Kreuzreaktionen geben mit AK gegen andere Flaviviren (Dengue, oder FSME-Geimpfte)- resultierend in falsch hohen AK Werten sowohl beim FSME Titer, als auch bei Gelbfiebergeimpften.

16.06.2009 09:40


p7 Jürgen (Gast)

Das würde also heissen, das ein FSME Titer evtl nicht stimmen würde, falls ich einen machen lassen würde?
Ich hab FSME und Gelbfieber Impfung.

Jürgen

17.06.2009 18:34


p8 wolfgang

Ja klar die Gelbfieberantikörper können das Resultat verfälschen - es werden dann statt FSME-AK auch Gelbfieber AK mitgemessen.
Vergiss die AK Bestimmung einfach alle 5 Jhr FSME Impfung, wenn ein Risiko besteht.

25.06.2009 10:16


p9 Beate (Gast)

Ich bin vor 11 Jahren gegen Gelbfieber geimpft worden. Nun möchte ich in ein Land reisen, in dem zwar keine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben, aber von Ärzten empfohlen wird. Leider wurde bei mir in der Zwischenzeit MS diagnostiziert, so dass ich nicht noch ein Mal gegen Gelbfieber geimpft werden darf. Frage: Kann man den Gelbfieber Titter nachweisen - im Gegensatz zu meinem Vorredner wurde ich nie gegen FSME geimpft.

23.09.2011 07:33


p10 wolfgang

Ja du kannst eine Antikörperbestimmung machen lassen (am besten die teuren neutralisierenden AK testen).

Nachdem bei der Gelbfieberimpfung schwere Nebenwirkungen (bei > 65 Jhr) bekannt geworden sind, wird derzeit global versucht die echten Gelbfiebergebiete einzugrenzen. Bisher hat man da ganze Regionen/Länder großzugig als Risikogebiet erklärt.
Dabei wäre es sinnvoll auch die Wiederimpfungsintervalle zu überdenken.

schau mal da

http://www.who.int/ith/chapters/ith2011annexs.pdf

oder besser da - da kannst du nach Ausbrüchen suchen je nach Land, evtl gibts da Details in welcher Gegend des Landes der letzte Ausbruch war.

http://www.who.int/csr/don/en/

wo solls den hingehen?

Hier findet sich ein review Zeitschrift Der Nervenarzt zum Thema Impfungen und MS - ist allerdings auf die deutsche Situation bezogen.

http://www.springerlink.com/content/0028-2804/81/2/

23.09.2011 10:20 | geändert: 23.09.2011 10:24


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