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Martin Hirte

p1 Frank (Gast)

Ich grüße Euch,

lese gerade mal wieder das Buch "Impfen Pro & Contra" von Martin Hirte. Als Mensch und Familienvater, der dem Impfen zwar skeptisch aber nicht ablehnend gegenübersteht, ist die Lektüre ziemlich beunruhigend. Was Hirte von den vielen anderen "Spinnern" (wie Buchwald, Lanka etc.) unterscheidet ist einfach die Tatsache, dass er irritierend viele Studien, Untersuchungen und Forschungsergebnisse zur Untermauerung seiner Thesen anführt und dabei durchaus auch für einige Impfungen eintritt.
Bei mir bleibt der Gedanke hängen, wenn auch nur ein Teil davon wahr ist, hat Impfen ein wesentlich höheres Gefahrenpotential als uns die STIKO einreden möchte!

Was haltet ihr als akademisch medizinisch Gebildete von Martin Hirte?

Wird dieser überhaupt in wissenschaftlich orientierten Kreisen wahr-/ ernst genommen?

Ist das sicher auch Euch bekannte Buch"Impfen pro Contra" eine reine Ansammlung von Lügen, Fehlinterpretationen und Manipulationen, oder durchaus (Passagen weise) glaubwürdig ?

Fragt leicht verwirrt

Frank

13.04.2010 22:40


p2 Michael

Hi Frank,

Zitat von Frank

Ich grüße Euch,

lese gerade mal wieder das Buch "Impfen Pro & Contra" von Martin Hirte. Als Mensch und Familienvater, der dem Impfen zwar skeptisch aber nicht ablehnend gegenübersteht, ist die Lektüre ziemlich beunruhigend. Was Hirte von den vielen anderen "Spinnern" (wie Buchwald, Lanka etc.) unterscheidet ist einfach die Tatsache, dass er irritierend viele Studien, Untersuchungen und Forschungsergebnisse zur Untermauerung seiner Thesen anführt und dabei durchaus auch für einige Impfungen eintritt.
Bei mir bleibt der Gedanke hängen, wenn auch nur ein Teil davon wahr ist, hat Impfen ein wesentlich höheres Gefahrenpotential als uns die STIKO einreden möchte!


werd doch mal konkret und nenn ein Beispiel was Dich irritiert. zwinker


Was haltet ihr als akademisch medizinisch Gebildete von Martin Hirte?


Nicht besonders viel.


Wird dieser überhaupt in wissenschaftlich orientierten Kreisen wahr-/ ernst genommen?



Wahrgenommen wird er sicherlich. Ernst genommen eher weniger.


Ist das sicher auch Euch bekannte Buch"Impfen pro Contra" eine reine Ansammlung von Lügen, Fehlinterpretationen und Manipulationen, oder durchaus (Passagen weise) glaubwürdig ?


Wie gesagt, nenn mal ein zwei Beispiele aus dem Buch auf die wir dann hier näher eingehen können.

Hirte hat übrigens mit Albonico (Anthroposoph und Homöopath) zusammen in der Schweiz einen Impfratgeber verfasst. Darauf gabs von Fachleuten eine Stellungnahme in der Schweizer Ärztezeitung. Vielleicht werden da schon einige Deiner Fragen beantwortet.


http://old.swiss-paediatrics.org/parents/vaccinations/2005-09-154_impfratgeber.pdf


LG

Michael

14.04.2010 00:07 | geändert: 14.04.2010 00:08


p3 wolfgang

Schweizer Impfexperten haben noch eingehender auf den Impfratgeber von Hirte und Albonico reagiert

http://www.saez.ch/pdf/2005/2005-25/2005-25-777.PDF

In obiger Erwiderung wird belegt dass Hirte und Albonico konsistent unrichtige Informationen verbreiten. Mit dieser Feststellung ist auch belegt, dass beide ihre ärztliche Sorgfaltspflicht verletzen.

Hirte und Albonico sind beide Homöopathen und haben daher sowieso das Problem des Nachweises der Wirksamkeit medizinischer Verfahren.

Siehe auch Zürcher Manifest zum Nachweis der Wirksamkeit medizinischer Verfahren.

http://www.med.uzh.ch/Aktuell.html

Und hier ein Artikel über die Kinderrechtskonvention- die ist schon 20 jahre alt.

Eine Verletzung der Rechte des Kindes liegt vor, bei Kinderarbeit, jugendlichen Soldaten, frühreife Sportchampions, missbrauchte Mädchen, dem Hungertod erlegene Neugeborene, ungeimpfte Kinder......

Details hier

http://old.swiss-paediatrics.org/paediatrica/vol20/n1/pdf/32-35.pdf

Ich habe mal in einem Vortrag die Kinderrechte dargestellt und auch festgestellt, dass anläßlich der Masernausbrüche in anthroposophischen Einrichtungen die dortigen ungeimpften Kinder vernachlässigte Kinder- eine Unterform der Kindesmisshandlung sind- und das auch anthroposophisch orientierte Ärzte das klar sein muss.
Nach mir hat dann ein Anthroarzt über Impfungen gesprochen- das war kümmerlich. Am Ende der Veranstaltung hat er sich mit den Worten auf "immerwährende Feindschaft" verabschiedet.

14.04.2010 09:26 | geändert: 14.04.2010 09:59


p4 Catherina

Frank,
die Frage nach Hirte ist mE nach zunächst mal philosophisch zu beantworten. Ich habe meine Kinder gerne gesund. Ich sehe keinen metaphysischen Nutzen in einer Krankheit (sicher kann man im nachhinein immer eine schlimme Erfahrung umdeuten), Kinder entwickeln sich wundervoll zu vollständigen Erwachsenen auch ohne schwere Infektionskrankheiten durchleben zu müssen. Wenn Krankheit also keinen Sinn hat, dann wiegen die Nachteile und Risiken der Krankheit besonders schwer. Masern zB verlaufen idR mit hohem Fieber und unterdrücken das Immunsystem mehrere Wochen bis Monate, weswegen sie oft zu opportunisten Infektionen führen (uA Lungenentzündung – vor Antibiotika die Haupttodesursache von Masern in unseren Breiten). Das Risiko von Enzephalitis und Tod liegt bei jeweils ungefähr 1 zu 1000 (1 gemeldeter Komplikationsfall pro 1000 gemeldeten Krankheitsfällen). Wenn ich beschlossen habe, dass Masern durchzumachen meinem Kind keinen Vorteil bringt, ist das unakzeptabel hoch. Mumps verläuft gerne mit generalisierter Drüsenentzündung (zB der Bauchspeicheldrüse), was sehr schmerzhaft ist, 1 von 600-1000 Kindern trägt von Mumps einen dauerhaften Hörschaden davon. Wenn Mumps durchzumachen keinen besonderen Wert für mein Kind hat, warum soll ich das riskieren?

Dazu kommt, dass wir ja nicht in einem luftleeren Raum leben, sondern in einer Gemeinschaft. Demensprechend sollten wir uns auch Gemeinschafts-dienlich verhalten, im Sinne des Kant’schen kategorischen Imperativ. Das bedeutet, jeder sollte sich so verhalten, dass sein Verhalten als allgemeine Verhaltensregel tauglich wäre. Was würde passieren, wenn alle Eltern Masern erst zur Pubertät impfen würden, Mumps erst dann und nur die Jungens und Röteln nur die Mädchen? Wir hätten in Deutschland jedes Jahr Erkrankungswellen in denen Kinder (nicht unbedingt das eigene) schwerst erkranken und viele behindert bleiben, oder sogar sterben. Schwangere Frauen würden sich bei ungeimpften Kindern mit Röteln anstecken (Japan macht es vor, dort werden nur die Mädchen geimpft und Schwangere stecken sich, oft bei Ehemännern oder Söhnen, mit Röteln an, weil eben nicht jede Frau Antikörper gegen Röteln bildet). Ich könnte mir nicht mehr ins Auge sehen, wenn mein Kind durch meine “individuelle Impfentscheidung” so einen Schaden über eine andere Familie bringen würde. Ich habe ein Mädchen mit Rötelnembryopathie kennengelernt, blind, taub, schlimmster Herzschaden, geistige Behinderung, spastische Lähmung. Wer im Anblick eines so durch vermeidbare Krankheit zerstörten Lebens “jeder selber für sich verantwortlich” denkt oder sagt, ist meines Erachtens nicht Gemeinschafts-fähig.
Darüber hinaus komme ich bei der Lektüre der wissenschaftlichen Literatur auf völlig andere Schlüsse als Hirte. Der Nutzen von Infektionskrankheiten (gerne wird ja Krebsvorbeugung genannt), ist völlig übertrieben, Veröffentlichungen die so etwas behaupten sind oft grottenschlecht (so findet eine Veröffentlichung ein leicht reduziertes Krebsrisiko bei älteren italienischen Männern, verlässt sich dabei allerdings nur auf die Erinnerung dieser 45 bis über 60 jährigen Männer welche Kinderkrankheiten sie wohl gehabt haben. In beiden Gruppen erinnern sich unter 40% der Patienten, Masern gehabt zu haben, obwohl sie bei Einführung der Masernimpfung in Italien zwischen Mitte 20 und Mitte 40 waren und damit mit einer Wahrscheinlichkeit von 98% Masern gehabt hatten, wie alle Kinder in der Vorimpfära).

Was die anderen Impfungen angeht kann man wohl über den Sinn von Tetanus, Diphtherie und Polioimpfung für ein Kind im ersten Lebensjahr diskutieren. Die Impfempfehlung der STIKO ist hier sicherlich eher durch infrastrukturelle Erwägungen geprägt (Babies sind eben häufiger beim Kinderarzt also Kinder im zweiten Lebensjahr), als durch den Nutzen für das individuelle Kind. Hib und Keuchhustenimpfung sind aber im ersten Lebensjahr unerlässlich und die 5fach oder 6fach Impfung nicht so viel gefährlicher als kleinere Kombinationen als dass sich weitere Impfungen (zB eine Tet/Dip/IPV Kombi) im zweiten Lebensjahr, mit einer geringeren Compliance, rechtfertigen ließen. Da kommen wir wieder auf Kant zurück.

Also ist es schlussendlich so, dass wenn sich alle an Hirtes Impfempfehlungen hielten, es ziemlich sicher zu (durch Impfung im Moment verhinderten) Todesfällen käme – kann schon verstehen, wenn da einige Leute deutliches Vokabular auffahren. Dieses Leid ist einfach unnötig.

Hilft Dir das weiter?

LG

Catherina

14.04.2010 23:50


p5 Frank (Gast)

Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten lächel
Ich bin gerade arg mit anderen Dingen beschäftigt und werde versuchen am Wochenende oder Anfang der folgenden Woche nachhaltiger darauf einzugehen.

Liebe Grüße

Frank

16.04.2010 01:26


p6 carolin (Gast)

was alle hirte-gegner hier falsch verstanden haben ist, dass hirte keine allgemein gültigen impfempfehlungen gibt,
sondern sagt, dass bei jedem kind und jeden eltern eine andere impfentscheidung die richtige ist.

auch ist es erwiesen, dass der "der allgemeinheit willen lieber impfen " standpunkt bei masern und mumps nicht zieht, da es für die allgemeinheit wesentlich besser ist zwischendurch mit den erregern in kontakt zu kommen um ihre antikörper aufzufrischen, da ansonsten die ganze imopf ung hinfällig ist.

hirte ist in jedem faöll ernstzunehmen.

06.07.2010 22:47


p7 Rainer (Gast)

was alle hirte-gegner hier falsch verstanden haben ist, dass hirte keine allgemein gültigen impfempfehlungen gibt,
sondern sagt, dass bei jedem kind und jeden eltern eine andere impfentscheidung die richtige ist.


Und von was soll diese Impfentscheidung abhängig sein? Vom Glauben der Eltern an Karma und andere Hirngespinste?
Masernviren töten so im Durchschnitt jeden Tausendsten der an ihnen erkrankt, dazu gibts noch ordentlich Kollateralschäden.


auch ist es erwiesen, dass der "der allgemeinheit willen lieber impfen " standpunkt bei masern und mumps nicht zieht, da es für die allgemeinheit wesentlich besser ist zwischendurch mit den erregern in kontakt zu kommen um ihre antikörper aufzufrischen, da ansonsten die ganze imopf ung hinfällig ist.


Unsinn, Masern braucht kein Mensch. Zudem ist die Impfung sicher und ungefährlich und die Schutzdauer bei erfolgreicher Impfung sehr wahrscheinlich lebenslang.


hirte ist in jedem faöll ernstzunehmen.


Ja leider....

07.07.2010 00:24


p8 wolfgang

Danke Rainer.

19.07.2010 12:19 | geändert: 19.07.2010 12:19


p9 lola (Gast)

Als erstes mal möchte ich den Vorschreiben sagen, wer Dr. Hirte nicht persönlich kennt und gesprochen hat, sollte auch bitte nicht negativ Urteilen... Dr. Hirte ist ein absolut seriöser Kinderarzt, der absolut weiß wovon er spricht!!! Hatte mit meinem 3. Kind letzte Woche mal wieder ein Impfgespräch bei ihm. Er rät z.B. zur Masernimpfung, im Kindergartenalter. Für uns Eltern (wir sind ja alle so toll geimpft, die meisten haben aber gar keinen Impfschutz mehr!) ist das aber ein viel größeres Problem. Masern mutiert zur Erwachsenenkrankheit, da können wir unsere Kinder noch so viel Impfen. Auch bei unseren Kindern tritt irgendwann die Impfmüdigkeit auf und dann haben auch diese im Erwachsenenalter ein Problem! und so ist es mit anderen Impfungen auch. Und übrigens unser Sohn hat nach 3fach-Impfung mit Fieberkrämpfen reagiert (so viel zum Thema Impfschäden die es ja nicht gibt!)

02.08.2010 22:39


p10 Unsicher

Hallo!
Warum werden Erwachsene impfmüde, weil sie nicht und daß muß im Kindesalter anfangen, ordentlich aufgeklärt sind. Gesundheitserziehung fängt im Kindesalter an und sollte wichtig genommen werden, dabei sollte man nicht irgendwelchen "Trenderscheinungen" und sorry, daß kommt in der heutigen Zeit leider viel zu oft vor, folgen. Natürlich muß nicht gg etwas geimpft werden, womit man nicht unbedingt in Berührung kommt oder kommen wird, wie z.B. Tollwut, Japanische Enzephalitis etc.
Leider beobachte ich im Alltag sehr oft, daß Eltern gegen alles und jeden geimpft sind, aber ihre Kinder nicht impfen lassen, weil es ja "Gift" ist...nun ja wirklich schade und dann auch verantwortungslos.
Schade ist auch, daß jemand, der den hippokratischen Eid abgelegt hat, Eltern nicht ordentlich und sachlich aufklärt. Als Arzt sollte man bei derart, unter Umständen lebensrettenden Entscheidungen, nicht Emotionen und Überzeugungen walten lassen, sondern bedacht handeln. Natürlich kann ich meine Überzeugung in einem Gespräch durchklingen lassen, aber ich muss immer noch sachlich bleiben.
Desweiteren finde ich es wirklich unfair einem Laien nur die eine Seite des Ganzen, nämlich meine Überzeugung, zu vermitteln und ihm dann zu sagen, daß es letzendlich seine Entscheidung ist, ob er nach diesem Vortrag sein Kind impfen läßt.....
In der Tat gibt es einige wenige, z.B. unsere Tierärztin, die Impfungen nicht vertragen und deshalb auch gegen nichts geimpft sind. Aber diese Menschen partizipieren davon, daß unsereins geimpft ist.
Wünsche aber trotzdem Allen noch eine Gute Nacht!
Grüsse

02.08.2010 23:58


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