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Wer haftet bei Injekton mehrer Impfstoffe

p1 Jörn (Gast)

Hallo,
ich habe vor einiger Zeit schon mal eine Frage hier gestellt und fand die Antwort "freundlich & schnell und kompetent".
Unsere Tochter 12 Monate alt soll im Rahmen der U6 wieder geimpft werden. Laut STIKO stehen theoretisch 3 Impfungen gleichzeitig an: Standard 6, MMR, Pneumo (Windpocken und Rotha wollen wir nicht).
Da wir "impfängstlich" sind werden wir wohl jede Impfung im gebührenden Abstand einzeln vornehmen lassen.
Dennoch die Frage, wer haftet im Falle eines Impfschadens wenn mehrere Impfungen gleichzeitig vorgenommen werden (und die Impfstoffe von verschieden Produzenten sind)?
Ist es für Betroffene nicht unglaublich schwer (ohne teurem Anwalt, Gutachten etc. ) einen Hersteller zu verklagen und Rechte geltend zu machen. Lässt sich so (im Falle von Mehrfachimpfungen an einem Tag) überhaupt die Ursache feststellen??

Welchen Abstand zwischen Impfungen sollt man (als "übervorsichtige" Eltern), um ein gesundheitliches Risiko zu minimieren, einhalten?

Ich freue mich über aufklärende Informationen!

Danke!!

15.03.2010 23:24


p2 Catherina

Moin Joern,

der Impfstoffhersteller haftet eh nicht, sondern Impfschaeden werden (in Deutschland) vom Versorgungsamt entschaedigt - siehe hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Versorgungsamt

Wann waren denn die letzten 6fach Impfungen? Wenn Eure Tochter schon 3 hatte, kann die 4te gut mit 15 bis 18 Monaten gegeben werden (je nachdem wann die dritte war).

Ebenso, wann waren die Pneumos? Nach der dritten kann man gut 8 Monate lassen.

Damit wuerde jetzt mit 12 Monaten nur die MMR anstehen, dann 2 Monate danach die Pneumo und dann nochmal in etwa 2 Monate danach die letzte 6fach.

Fuer Rota ist sie eh zu alt, das muss mit 6 Monaten abgeschlossen sein.

Ansonsten ist es bei "unspezifischen" unerwuenschten Impfwirkungen (zB Fieber) manchmal schwer zu sagen, ob es die Impfung war und wenn ja welche. Andere Nebenwirkungen sind leichter zuzuordnen (zB gibt es in sehr seltenen Faellen, 1 auf 35000 MMR-Impfungen oder so, eine voruebergehende Blutgerinnungsstoerung, die nach DTaP etc nicht gehaeuft auftaucht).

Ich hoffe das hilft - LG

Catherina

16.03.2010 10:09 | geändert: 16.03.2010 10:10


p3 wolfgang

Impfserien sollte man entsprechend den Empfehlungen durchaus zügig durchziehen, da sonst der eintretende Impfschutz nach hinten verlegt wird, und das Kind ja dann ein zusätzliches Infektions-Risiko hat.
So gibt es zB einen Altersgipfel der Pneumokokkenmenigitis im 2. Lebenshalbjahr, d.h. das Kind sollte dann schon 2x Prevenar bekommen haben.
Zusätzliche Verzögerungen treten ja auch durch Nichtmedizinische Gründe auf (Urlaub selbst, Urlaub Kinderarzt ect).
Nur zwischen Lebendimpfungen sollte man mindestens 1 Mo Abstand halten.

16.03.2010 16:28


p4 Jörn (Gast)

Danke für die Ausführlichen und sachlichen Infos.

Noch ein paar Aspekte meinerseits:
Da unsere Kleine etwas erkältet ist und unter Umständen am Wochenende in Kontakt mit dem Herpes-Simplex-Virus meiner Freundin gekommen ist, werden wir sie morgen (im Rahmen der U6) wohl gar nicht impfen lassen und erstmal den neuen Kinderarzt beschnuppern...

Müssen Impfserien eigentlich immer mit dem gleichen Impfstoff durchgeführt werden, oder können wir den 6fach auch durch einen 5fach (des selben Herstellers) ersetzten? Wir haben mittlerweile aus relativ seriösen Quellen so viel negatives über die 6fach gehört (und wurden von unserem ex-Kinderarzt nicht darüber aufgeklärt) dass wir denken die Hepatitiskomponente vernachlässigen zu können.

Naiv gefragt: Könnte man als Alternative zu weiteren Impfungen nicht einfach das Blut unsere Tochter untersuchen und schauen für welche Krankheitserreger sie mittlerweile genügend Antikörper gebildet hat und dann ganz selektiv impfen? (Abgesehen von den Kosten einer solchen Untersuchung und der schmerzhaften Prozedur des Blutabnehmens)

Vielen Dank schon mal vorab für die Beantwortung!

17.03.2010 21:45


p5 wolfgang

Mitten in einer Impfserie Blut abnehmen und Antikörper bestimmen bringt nichts weil keine Aussagen über Schutzdauer möglich.

Ich würde mit dem 6fach Impfstoff weitermachen. Hepatitis B Infektionen bei Kindern passieren auch durch ganz normale soziale Kontakte. Im Speichel von Virusträgern sind im Mittel 20.000 Viren/ml Speichel. Die Kinder erkranken im Regelfall nicht- deswegen merkt es auch keiner. Sie werden aber sehr häufig im 3.Lj noch 30% selbst chronische Virusträger und davon hat dann jeder 4 nach 30 Jahren Leberzirrhose/Fibrose, Leberkrebs.

22.03.2010 10:34


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