
Gardasil ist der seit kurzem erhältliche Impfstoff gegen das humane Papillomavirus (HPV). Er ist wirksam gegen die Stämme HPV 16 und 18, welche Zellveränderungen verursachen, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können, sowie gegen sie Stämme HPV 6 und 11, welche Genitalwarzen verursachen.
In einer internationalen Studie konnte nun gezeigt werden, dass der Impfstoff ebenfalls vor Krebserkrankungen der Vagina und Vulva schützt. Das HP-Virus kann bei nahezu allen Fällen von Gebärmutterhalskrebs und bei ca 80% der Fälle von Krebserkrankungen der Vagina und Vulva gefunden werden.
Neuere Forschungen zeigen, dass HPV vermutlich der Hauptverursacher einer großen Anzahl von Tumoren im Hals-Rachen-Raum ist.
Es konnte gezeigt werden, dass Gardasil zu fast 100% die Zellschäden durch HPV 16 und 18 verhindert, welche die Vorstufen zur Krebserkrankung darstellen. Mehr als 18.000 Frauen zwischen 16 und 24 Jahren aus 24 verschiedenen Ländern nahmen an der Studie teil. Sie bekamen entweder den Impfstoff oder ein Placebo. Nach drei Jahren Nachbeobachtung zeigte sich, dass der Impfstoff einen nahezu 100% Schutz vor Schäden durch HPV 16 und 18 bot, bei Frauen, die vorher keinen Kontakt m it dem Virus gehabt hatte. Der Schutz bei Frauen, die bereits Viruskontakt hatten, lag bei 71%.
Die höchste Schutzrate haben Mädchen, die in der frühen Jugend geimpft werden, bevor sie einen Kontakt mit dem Virus hatten.
Frauen werden im Allgemeinen durch infizierte Männer, die selber keinerlei Krankheitserscheinungen haben, angesteckt. Mit Aufnahme der sexuellen Aktivität verläuft die Durchseuchung sehr schnell, so dass bereits nach einem Jahr nach dem ersten Sexualkontakt bis zu 34% der jungen Frauen infiziert sind.
Quelle: E. A. Joura et al., The Lancet, 2007;369:1693-1702