
Das ist sicherlich der Albtraum für alle Eltern – im ersten Lebensjahr kann es dazu kommen, dass aus weitgehend unerklärten Gründen die Atmung des Babys aussetzt und das Kind “einfach stirbt” ohne dass eine organische (körperliche) Ursache oder eine äußere Einwirkung sichtbar wären.
Die gute Nachricht ist – seit Anfang der 90er Jahre sind die SID Zahlen kontinuierlich gesunken. In Deutschland gab es 2004 noch 323 Fälle des plötzlichen Kindstods (Quelle), 1996 waren es noch fast 700, 1990 fast doppelt soviel.
Aus http://www.sids.de: Es besteht ein direkter Bezug zur Bekanntgabe einiger bisher erkannter Risikofaktoren und zum Absinken der SID-Zahlen.
Die eigentlichen Ursachen für den Plötzlichen Säuglingstod sind aber nach wie vor nicht bekannt. Durch die Forschung konnte jedoch eine Reihe von Risikofaktoren identifiziert werden. Diese bringen die Kinder zum Teil mit (behandelbare Stoffwechselerkrankungen, Untergewichtigkeit bei der Geburt, Mehrlingskind, nachfolgende Geschwister eines mit der Diagnose SID verstorbenen Kindes, ALE-Kind = Kind nach anscheinend lebensbedrohliches Ereignis, Kind, das leblos gefunden wurde)). Einige Risikofaktoren können die Eltern beobachten z. B. extreme Blässe, häufiges Blauwerden oder Bleichwerden, gastroösophagealer Reflux (Nahrungsrückfluss vom Magen in die Speiseröhre). Die dritte Gruppe von Risikofaktoren können Eltern und Betreuungspersonen selbst beeinflussen, nämlich Schlafposition, Rauchen, überwärmung, frühes Abstillen, Wahrscheinlich sind allein durch die Bekanntgabe des Risikofaktors Bauchlage und Umsetzung des Warnhinweises durch die Betreuungspersonen die SID-Zahlen in Deutschland um 40-50% gesunken.
Auf den seriösen Seiten der Deutschen Gesundheitsbehörden und der Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod eV (GEPS) sucht man allerdings das Impfen als Risikofaktor vergeblich. Wie kommt das? Immer wieder hört man aus impfkritischen Kreisen, dass Impfen SIDS auslöst! Dass dies nicht stimmen kann, zeigen schon die obigen Zahlen – die Häufigkeit von SIDS ging in den letzten 14 Jahren kontinuierlich zurück, während in der selben Zeit neue Impfungen für Babies eingeführt (Hepatitis B und Hib) und neue Kombiimpfungen zugelassen wurden.
In vielen sehr gründlichen Studien wurde der Zusammenhang zwischen Impfungen und SIDS untersucht. So fand eine Gruppe in England, die über 300 Fälle von plötzlichem Kindstod untersuchte, dass Impfungen eher vor SIDS schützen ( englischer Volltext: ). Das könnte unter anderem daran liegen, dass unbemerkte Keuchhusteninfektionen für bis zu 5% der SIDS Fälle verantwortlich sind, wie eine neue deutsche Studie belegt (Quelle) und schon früher auf Grund von Daten aus Skandinavien vermutet wurde. Auch Dresdener Wissenschaftler fanden in Studien heraus, dass geimpfte Babies weniger oft an SID sterben (www.babyschlaf.de)
Fazit – lassen Sie sich nicht von unseriösen Quellen verunsichern. Eine altersgemäße Impfung schützt Ihr Kind von vielen Infektionskrankheiten und vermindert eventuell sogar das Risiko das plötzlichen Kindstods.