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Pressemitteilung des Verein Promed e.V. v. 27.02.05:

WDR-Rundfunkrat rügt irreführende Impfsendung des WDR

Nach einem Beschluss des WDR-Rundfunkrates mussten unverantwortliche und gefährliche Empfehlungen aus dem Internetangebot des WDR entfernt werden, die Sendung darf nicht wiederholt werden.

Anlässlich einer Programmbeschwerde des Frankfurter Vereins Promed gegen den WDR befasste sich der WDR-Rundfunkrat ausführlich mit dem Inhalt des Magazins Rundum Gesund zu Impfungen. Dabei kam der Rundfunkrat zu dem Ergebnis, dass dem Anspruch an eine Ratgebersendung nicht genügt worden sei. Deutliche Stellungnahmen dieser Art sind selten. Der WDR hat sich verpflichtet, die Sendung nicht zu wiederholen, die Inhalte des zugehörigen Internetangebots zu löschen und eine sachlich einwandfreie Sendung auszustrahlen.

Die Sendung war im vergangenen September im Rahmen der Reihe "Rundum Gesund" des WDR trotz vorheriger Information der Redaktion durch Promed-Mitglieder über die fragwürdige Recherche eines Journalisten übertragen worden. Gesendet worden waren sachlich falsche, gefährliche und fragwürdige Inhalte, die in manipulativer Weise aufbereitet dem Zuschauer in der Ratgebersendung präsentiert worden waren. Auf der Internetseite zur Sendung waren falsche und gefährliche Empfehlungen von Laien veröffentlicht worden. Zu fragwürdigen Internetseiten, auf denen die Existenz von krankmachenden Viren und Bakterien geleugnet wird, war noch vor der Nennung seriöser Informationen verwiesen worden. Nach der Sendung hatten sich etliche große medizinische Fachgesellschaften und Gesundheitsorganisationen entsetzt über die Fehlinformation der Zuschauer und die Inhalte der Internetseite gezeigt, da nicht nur die journalistische Sorgfalts- sondern auch Wahrheitspflichten verletzt worden seien. Beschwerden namhafter Impfexperten und -gremien bei der Intendanz zeigten jedoch keine Wirkung. Trotz ausführlicher Begründungen und Verweise auf wissenschaftliche Ergebnisse hatte sich die Intendanz des WDR die Sicht der Redaktion "Rundum Gesund" zu Eigen gemacht und auch eine Programmbeschwerde abschlägig beschieden. Hochrangige Wissenschaftler und engagierte Mediziner, darunter ein Nobelpreisträger, wurden in skandalöser Weise von Redaktion und Intendanz wie Schuljungen abgekanzelt, ihre berechtigte Kritk nicht ernst genommen. Erst die formelle Anrufung des Rundfunkrates verschaffte den Experten Gehör.

"Wir sind zufrieden mit der Entscheidung des Rundfunkrates" kommentierte am Sonntag die Vorstandsvorsitzende Sigrid Herrmann-Marschall das Ergebnis der Prüfung. "Es ist beruhigend, dass es demokratische Mittel gibt, eine offensichtliche Fehlinformation des Zuschauers durch eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt zu rügen und Konsequenzen einzufordern. Eltern werden durch einige Gruppierungen, die über die Besorgnis der Eltern zu Impfungen sozialdarwinistische Inhalte in die Mitte der Gesellschaft tragen wollen, verunsichert. Ein öffentlich rechtlicher Sender hat die Pflicht, nachweislich falsche Inhalte nicht unreflektiert zu übertragen und sich mit diesen Gruppierungen gemein zu machen. Die journalistische Freiheit endet dort, wo Menschen durch Fehlinformation gefährdet werden und Kinder zu Schaden kommen können."

Der Runkfunkrat des WDR hat diese Sicht im Wesentlichen mitgetragen, da er den WDR ausdrücklich an sein Medienethik-Papier von 2001 erinnerte. Darin wird nach Hanns Joachim Friedrichs als journalistischer Grundsatz betrachtet, sich nicht mit einer Sache gemein zu machen. Der Rundfunkrat hatte betont, dass "prononcierte und pointierte Meinungen zu Wort kommen müssen". Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, das Mehrheitsmeinungen zu wenig berücksichtigt werden.

Aufmachung und Inhalte der Sendung waren entgegen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen geeignet gewesen, Zuschauer von für den Gesundheitserhalt sinnvollen Impfungen Abstand nehmen zu lassen. In einer Situation, in der weltweit jährlich Millionen Kinder und auch Erwachsene an Krankheiten sterben, die durch Impfungen meist leicht vermeidbar sind, Laienmeinungen unkritisch zu verbreiten, die den Wert von Impfungen an sich in Abrede stellen, erscheint dekadent und zynisch. Die WHO möchte die Masern (etwa 700.000 Kinder sind alleine an dieser Erkrankung 2002 gestorben, bedeutend mehr haben bleibende Schäden davon getragen) gerne zum Wohle der Menschen eindämmen. Der WDR hingegen propagierte auf seiner Internetseite, man möge "eine Chance auf Ansteckung ... durchaus nutzen" und "auf keinen Fall ... die Immunisierung der Kinder vermeiden", da es "allzu viele Möglichkeiten, sich mit Kinderkrankheiten anzustecken" heutzutage nicht mehr gebe. Der Verein Promed verurteilt solche verantwortungslosen Empfehlungen ausdrücklich und stellt fest, dass nach der Kinderrechtskonvention Kinder das Recht auf höchstmögliche Gesundheit und damit auf Impfungen haben. Wie vielen der 700.000 toten Kinder die "Chance" in ihrem Sterben wohl klar geworden sein mag, wie viele Eltern mögen in der Erblindung ihrer Kinder eine "Chance" sehen? Glücklicherweise hat der WDR-Rundfunkrat zu Vernunft und Menschlichkeit zurück gefunden und diese Inhalte entfernen lassen.

"Wir sehen der richtigstellenden Sendung des WDR mit der Hoffnung entgegen, dass sich die Journalisten auf ihre ethische Pflicht einer sachgerechten Information der Bevölkerung besinnen" betonte der Promed-Vorstand am Samstag. Ob der WDR sein Fehlverhalten zwischenzeitlich eingesehen hat, ist allerdings fraglich; die angemahnte Internetseite zur Sendung, auf der kaum verhohlen in unverantwortlicher Weise zur bewussten Ansteckung geraten wurde, ist erst durch die Intervention des Rundfunkrates entfernt worden. Zudem sind aus WDR-Kreisen gegenstandslose, aber merkwürdige Ansichten zum Zustandekommen der Rüge berichtet worden. "Dass die Wahrheit alleine aufgrund der besseren Argumente und Beweise gesiegt haben könnte, ist wohl von den diesen Kreisen noch nicht in Betracht gezogen worden," meinte die Vorsitzende.
"Wir werden die Sendung zum Impfen sicher genau prüfen."

www.promed-ev.de www.impfinformationen.de

Promed wurde 2004 gegründet. Der Verein setzt sich aus Medizinern und Naturwissenschaftlern und aus anderen engagierten Menschen zusammen und tritt für eine seriöse Patienten- und Verbraucheraufklärung und für eine menschliche Medizin ein.

Veröffentlicht am 28.02.05


Impfsendung WDR II   (zuletzt geändert am 28.06.07 01:42)
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