
Autor: DDr.Wolfgang Maurer
Diphtherie (Lederhauterkrankung) wird durch Toxin bildende Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) verursacht. Der Nachweis des Toxins ist für die Krankheit beweisend.
Morbidität und Letalität der Rachendiphtherie sind bis in die 70er Jahre kontinuierlich zurückgegangen. Menschen sind natürliche Keimträger, insbesonders in Osteuropa und Urlaubsdestinationen gibt es noch Keimträger, die toxinbildende Bakterien im Rachen tragen. Auf diese Weise können Menschen auch hier durch Kontakt besiedelt werden und andere Personen anstecken, die dann schwer erkranken.
Durch eine doch recht gute Durchimpfungsrate, aber auch durch einen Rückgang toxigener Keimträger ist Diphtherie eine sehr seltene Erkrankung im deutschsprachigen Raum geworden.
Auch in der Vorimpfära gab es massive Epidemien gefolgt von geringer Diphtherieaktivität, offenbar folgt die Diphtheriehäufigkeit einem komplexen Biorhythmus. Dieser wird nunmehr durch einen seit Jahrzehnten erhältlichen wirksamen Impfstoff beeinflußt. Da der Mensch der einzige Wirt für das Diphtheriebakterium ist, haben ungeimpfte aber immer noch ein Risiko an Diphtherie schwer zu erkranken.
So wie hier:
Auszug:
...verstarb ein 3 1/2 jähriges Kind an einer Diphtherieerkrankung. Das Kind hatte bis zum 10.1. einen Kindergarten besucht und war am 12.1. mit Kopfschmerzen und Fieber erkrankt. Am 14.1. wurde es einem Heilpraktiker bestellt, der homöopathisch behandelte. Ab 15.1. verstärkte Halsschmerzen. Wegen einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes (massive Atemnot mit Stridor) wurde das Kind am 20.1. in einem regionalen KH vorgestellt und sofort in die Uni Kinderklinik überwiesen. Der Lokalbefund zeigte nur eine Rachenrötung, keine Beläge oder Membranen, so dass zunächst eine Epiglotittis diagnostiziert wurde. Am folgenden Tag musste das Kind wegen der bestehenden Atemnot tracheotomiert und intubiert werden. Am 3.2. kam es innerhalb weniger Stunden zu einer drastischen Verschlechterung des Zustandes und nachfolgend am 4.2. zum Exitus letalis infolge Herzversagens bei einer massiven Myokarditis.
Der mikrobiologische Befud lag am 28.1. vor . Der primär in dem der Klinik zugeordneten Labor angezüchtete Stamm wurde anschliessend am RKI untersucht und als Corynebakterium diphtheriae, Typ mitis bestätigt,. Der Toxinnachweis war positiv.....
Das Kind und seine beiden Geschwister waren nicht geimpft, weil die Eltern erklärte Impfgegner sind. Es besuchte einen privaten Kindergarten, in dem Impfgegner und Anhänger einer alternativen Medizin offenbar einen erheblichen Einfluss haben. Von 19 Kindern in dem Kindergarten waren 7 primär nicht geimpft. Nach Bekanntwerden des Diphtheriebefundes wurden durch die Klinik noch am gleichen Tag bei 40 Kontaktpersonen Rachenabstriche durchgeführt und eine Erythromycin Prophylaxe eingeleitet. Bei 4 Kindern verweigerten die Eltern auch nachträglich sowohl die Impfung als auch die Erythromycinprophylaxe."
Quelle: Epidemiologisches Bulletin 48/1995 Robert Koch Institut.
Vermeidbar durch sachgerecht durchgeführte Impfung nach dem allgemeinen Impfplan!
Erstellt 31.8.04 durch DDr.Wolfgang Maurer