FSME Todesfall

Tödlicher Verlauf einer FSME-Infektion bei einem 32 jährigen Familienvater

Autorin: Christine Freund (Selbsthilfegruppe Zeckenopfer)

 

Das Thema IMPFEN wirkt auf viele Menschen nach wie vor als Gefahr bergender Eingriff in den Körper. Nicht zuletzt wird dieses von Gruppierungen - selbsternannte Impfexperten -thematisiert, die Impfungen für alle Krankheiten und Behinderungen verantwortlich machen. Kettenbriefähnlich werden dann Geschichten über Impfschäden verbreitet, die zwar die Erzähler nicht kennen, aber stets "schwören", es wäre der Nachbar.

Auch in unserem Fall war ein Familienvater aus Linz (32 Jahre) durch Aussagen und Berichte dermaßen verunsichert, dass er die FSME-Impfung aus "Sicherheitsgründen" vermieden hatte.

Bei einem Kurzurlaub in der Steiermark im Jahr 1997 kam es zum fatalem Zeckenstich. Es folgte eine passive Immunisierung in Wien. 14 Tage später entwickelten sich die ersten Symptome, die vorab einer Grippe zugeordnet wurden, jedoch, als sich der Zustand verschlimmerte, wurde Wolfgang B. per Rettung und Notarzt in eine Intensivstation gebracht.

Der Vater von zwei kleinen Kinder hat leider den äußerst schweren Verlauf einer FSME (Radikulomyelitis) abbekommen, d.h. am ganzen Körper gelähmt, komatös, beatmungspflichtig und mittels Magensonde künstliche Ernährung. Auch ein vorübergehender Transfer in die Uni-Klinik Innsbruck erwirkte keine Besserung. Dieser Zustand währte vier Jahre bis Wolfgang B. im November 2001 schließlich auf einer Linzer Palliativstation verstarb. (Dieser Bericht wurde mit Einverständnis der Ehegattin, Mag. Renate Binder, verfasst.)

 

Anmerkung: die passive Immunisierung gegen FSME wurde im Jänner 2002 vom Markt genommen, da die Schutzwirkung nur im Bereich von 60 - 65 % lag, bzw. wurde auch diskutiert, ob eine zu spät verabreichte Immunisierung nicht einen schwereren Krankheitsverlauf auslösen könnte. Aus Erfahrungen in der Selbsthilfegruppe Zeckenopfer wissen wir, dass auch Personen, die keine passive Immunisierung erhielten, schwere Verlaufsformen durchgemacht haben.

 

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Christine Freund
Selbsthilfegruppe Zeckenopfer
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Erstellt am 17.11.04

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