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Welche Impfungen sind heute unverzichtbar?

Autor: Dr. Lars Sander
Viele Eltern hegen Zweifel gegen Sinn und Zweck der Impfungen, und die Entscheidung dafür oder dagegen wird ihnen in der oftmals hitzigen Diskussion zwischen Impfgegnern und -Befürwortern nicht gerade leicht gemacht.

Dr. Lars Sander
Plädoyer für das Impfen: Dr. Lars Sander

BAD KREUZNACH. Einiges über die Argumente dafür erfuhren Eltern von Dr. Lars Sander, einem klaren Befürworter von Impfungen, beim Caritas-Elternforum zum Thema "Welche Impfungen sind heute unverzichtbar?". Ein häufiges Argument der Impfgegner lautet, Säuglinge und Kleinkinder würden sehr früh mit einem chemischen Cocktail aus mehreren Erregern konfrontiert, der den kindlichen Organismus überfordere. Sander hielt dem entgegen, dass die heute verwendete 6-fach-Impfung gegen Diphterie, Tetanus, Keuchheusten, Hib, HepatitisB und Polio (Kinderlähmung) nur 9 Antigene gegenüber den 3500 des früheren Impfserums enthält. Die Kombinationsimpfung sei deshalb "hervorragend verträglich". "Impfstoffe gehören zu den best untersuchten Medikamenten, die es gibt", betonte der Kinderarzt.

Anthroposophen und Alternativmediziner vertreten oft den Standpunkt, dass Kinder, die eine "Kinderkrankheit" durchleiden, gestärkt daraus hervorgehen.

Doch auch die Impfung stellt nach Ansicht der Experten der "Ständigen Impfkommission" (StIKo) am Robert-Koch-Institut in Berlin eine Herausforderung und einen Anschub für den kindlichen Organismus dar. Der Impfstoff konfrontiert den Körper mit abgeschwächten oder abgetöteten Erregern, bzw. Teilen davon. Der Organismus lernt dabei, sich sehr gezielt gegen Antikörper zur Wehr zu setzen, ohne krank zu werden.Ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis ist generell Voraussetzung dafür, dass ein Impfstoff in Deutschland überhaupt auf den Markt kommt und von der StIKo empfohlen wird. Für die 3-fach-Impfung Masern-Mumps-Röteln gibt es ein Impfrisiko von 1:1.000.000. Die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland an Masern zu erkranken, liegt bei 0,1 bis 0,4% und ist damit tausendfach höher als das Risiko, durch eine Impfung eine schwere allergische Reaktion oder einen Fieberkrampf zu bekommen.

Für 15 % der an Masern erkrankten wird es gefährlich: Komplikationen wie Lungenentzündung oder eitrige Mittelohrentzündung treten auf. Bei einem von 2000 Erkrankten kommt es zu der gefährlichen Gehirnentzündung. Trotz Anwendung von Millionen von Dosen sei dies bis heute in keinem einzigen Fall für den Masern-Impfstoff belegt, so StIKo-Experten.

Eltern sollten wissen: Die StIKo empfiehlt keine Impfung gegen harmlose Krankheiten, nur weil sie Kindern ein paar Tage lang Beschwerden machen könnten. Es geht vielmehr darum, die Ausbreitung von Epidemien für das Wohl der Allgemeinheit und gesundheitliche Spätschäden für das Wohl des Einzelnen zu verhindern. "Die Erhaltung der Gesundheit nicht nur der Kinder, sondern der gesamten Bevölkerung ist das Anliegen der Ärzte", betonte Sander.

Das Impfen als Präventionsmaßnahme schlechthin sei die vielleicht wichtigste Säule des Gesundheitssystems.

Quelle: Wochenspiegel Bad Kreuznach, dankenswerter zugesandt von Dr. Lars Sander

 

 


Unverzichtbare Impfungen   (zuletzt geändert am 22.06.07 18:08)
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